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Bricking Bavaria 2021 - Reisebericht

  • Liebe Rogues,


    die Kartons und Dosen mit meinen Modellen und Modulen sehen wieder im Arbeitszimmer LEGO Zimmer. Zum Sortieren bin ich noch nicht gekommen. Doch immer, wenn ich den Raum betrete, wird es mir etwas wärmer ums Herz. Denn nachdem das Jahr 2020 ausstellungstechnisch eher mau und eine Katastrophe war, konnten dieses Jahr zumindest einige der geplanten Treffen durchgeführt werden. Es wurde zwar mit den steigenden Fallzahlen in der Woche vor der BB spannender und spannender, aber letztlich gab es das grüne Licht von Seiten der Veranstalter und einige der Rogues folgten dem Ruf in den wilden Süden der Republik, nach Friedrichshafen an den Bodensee zur BB2021, die Hausausstellung unserer kleinen, aber feinen Online Communinity.


    Zwar hatte wohl mit Markus mit der Anreise aus dem Land der kleinen Steine die weiteste Anreise, aber auch ich saß wie viele andere von uns hinterm Lenkrad und auf Deutschlands Autobahnen, ehe sich die Messehallen zum Aufbau öffneten. Ich war so aufgeregt, dass ich zu früh ins Auto stieg und so den kleinen Umweg über das Legoland Deutschland machen konnte. Dort war ich dann tatsächlich drei Stunden vor Parköffnung, parkte am nahgelegenenen Rasthof und hoffte auf ein kleines Frühstück bei einer bekannten Burgerkette.



    Leider machten die erst eine Stunde nach der Parköffnung auf und so hieß es mit Tankstellenkaffee erst einmal warten. Pünktlich um halb zehn am Donnerstag des Ausstellungswochenendes wurde ich als erster Besucher in den Park gelassen. Die Fahrtgeschäfte und die Fabrik - mein primäres Ziel - machten aber erst um 10 Uhr auf und so tingelte ich ein wenig durch das Miniland. Zumindest konnte ich so Fotos von den Modellen rund um Berlin nehmen, die sich hervorragend für meine Vorlesungen an der Hochschule nutzen lassen.

    Endlich war es dann aber soweit und ich wurde, erneut als erster Besucher, in die Fabrik gelassen. Der frühe Vogel und so... - aber gut sortiert sieht anders aus. Am Jahresende sind nicht mehr alle Regale voll und es gab im Grunde keine besonderen Steine mehr. Ich füllte schnell ein paar Tüten für meinen Vortrag "Collab Workshop" am Sonntag und verließ mit wehendem Haar den Park. Vermutlich war ich auch hier der erste, der diesen Tag den Park wieder verließ.


    Keine eineinhalb Stunden später kam ich an der Ausstellungshalle an.



    Dort traf ich bereits auf Johannes und Jonas, sowie weiter bekannte Gesichter aus der Community und von Bricking Bavaria. Was ein Traum, was ein Empfang. Schnell hier und da ein paar Worte gewechselt und schwupp mussten wir uns um den Aufbau der Collab kümmern.
    Mir ist erst später bewusst geworden, dass das Modell auf 120 Baseplates stand. Die Piratencollab von 2018 war um 5 mal 6 (?) Platten größer, aber unser diesjähriges Koloss musste sich wahrlich nicht verstecken.
    Es ist jedes Mal ein Schauspiel, wenn sich die einzelnen Module aneinander fügen, wenn aus vielen Einzelteilen ein rundes Gesamtbild wird - dem Standard sei danke. Wir sollten uns T-Shirts mit diesem Aufdruck machen :D
    Uns fehlten allerdings noch ein ein paar Wasserplatten. Dank sei der Frau von Martin, die mit zwei Kindern auf dem Arm zu fließen begann, sowie allen anderen Helfern und einer Menge Eigeninitiative, wurden diese noch am Aufbautag zusammengesetzt. Danke an dieser Stelle an alle Helfer!


    Neben dem Aufbau der Collab bauten wir parallel den Gemeinschaftstisch auf. Gut, dass Markus den Plan noch auf dem Handy hatte.Beziehungsweise am Morgen noch neu geschrieben hatte. Denn die Originalpläne blieben in Dänemark zurück. Aber kein Problem, man muss nur kreativ sein. Wohlweislich hatten wir mit 8 x 2 Metern Tischfläche genug Platz reserviert, so dass ich zum Beispiel nicht alle Modelle aufbauen musste. Da durch Krankheit und Unabkömmlichkeit Aussteller nicht an der BB teilnehmen konnten, durften Markus und Markus noch weitere eigene Modelle auf einem anderen Tisch in der Halle ausstellen.


    Nach und nach lernten sich die RogueBricks Aussteller kennen und es war unglaublich schön, die Vorfreude in den Gesichtern der anderen zu sehen. Für viele der Rogues war es die erste Ausstellung und ich kann nur hoffen, dass jeder von diesen wenigen Tagen genossen hat. Und natürlich hoffe ich darauf, dass ich euch alle gesund und munter nächstes Jahr wiedersehen darf.

    Den Aufbauabend haben wir traditionell mit einem RogueBricks-Abendessen in der Gaststätte Heuschober ausklingen lassen, bei gutem Essen und letztendlich doch genügend Stühlen. Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte, oder wie wir hier sagen mussten: am kleinsten Tisch. Die alten (Ausstellungs)Hasen unter uns lernten die "Neuen" schnell kennen. Ich muss sagen, dass dies einer meiner persönlichen Höhepunkte war. Neue Menschen mit den gleichen Interessen kennenlernen, die alle nach Friedrichshafen kommen um Spielzeug auszustellen...verrückt. Es gibt einfach ein gutes Gefühl nicht der einzige da draußen zu sein. :)

    Es wurde gefachsimpelt, der Ablauf der Ausstellung und so einiges anderes Thema besprochen. Nach dem Essen trennten sich die Wege und ich musste ins Hotel am Bahnhof, während die meisten anderen in der näheren Umgebung der Messe untergebracht waren.


    Der Freitag, der erste Ausstellungstag mit Besuchern, begann früh. Wir hatten nach der Hallenöffnung und der Impfstatuskontrolle noch etwa eine Stunde Zeit, um den letzten Schliff an den Ausstellungstischen und der Collab anzubringen. Bei dieser Gelegenheit waren die Bewohner meines römischen Turms verschwunden. Sie versteckten sich in einer Kiste, auf der ich bereits ein Modell aufgebaut hatte. Und ich war mir sicher, dass ich da drei Mal hineingeschaut hatte...was natürlich nicht der Fall war. Aber auch das gehört irgendwie dazu. So sind zum Beispiel später am Montag Piraten aus der Collab von 2018 auf ominöse Weise in meinen Bus eingestiegen und mit in die Niederlande gefahren, obwohl sie eigentlich Richtung Nadine und Markus mussten.


    Schon an diesem ersten Tag wurde deutlich, dass die Ausstellung ein toller Erfolg werden würde. Die Halle füllte sich zusehends und das einzige Manko war, dass wir keine Aktionen an den Modellen durchführen konnten. Wie zum Beispiel ein Suchspiel an der Collab oder eine Mitbauaktion für die Besucher; Stichwort offene Collab. Anders als bei einer reinen LEGO Ausstellung, wie zum Beispiel bei der Bricking Bavaria in Fürth, war das Publikum nicht nur für unsere Modelle gekommen, sondern besuchte auch die anderen anderen Hallen mit Modellbauprojekten und Themen aller Art.
    Hier gab es ferngesteuerte Flugzeuge, Autos, Boote, Panzer, ja sogar R2D2 sowie BB8 und unzählige Modelleisenbahn-Landschaften zu sehen.



    Zudem fuhren kleine Dampfeisenbahnen durch die Hallen und hupten die Besucher zur Seite, wenn sie nicht durchfahren konnten. Unsere Ausstellungshalle war an einem Ende der Messe eingerichtet und so war es nie zu sehr überlaufen. Außer auf der Aktionsfläche von LEGO - da gab es aber auch kostenlose Super Mario Blisterpacks zu ergattern.

    Die Modelle der mehr als 200 Aussteller wurden auf etwa 10 Tischen beziehungsweise Aktionsflächen, präsentiert. Im hinteren Bereich war ein VIP Raum für alle Aussteller eingerichtet. Hier war nicht nur unser Eingang, sondern wir wurden auch mit Getränken, Essen und anderen Leckereien verwöhnt. Gesponsert wurde dies übrigens von LEGO selbst.


    Freitag Nachmittag stand dann das erste Spiel für uns AFOL und TFOLS auf dem Programm: Teambau-Wettbewerb. Den Teams wurden Sets zur Verfügung gestellt, aus dem dann zu einem Thema ("Auf dem See") ein Modell gemocht werden musste. Ich weiß leider nicht mehr genau, welches Team gewonnen hat. Markus, Marcels und meine Ente haben es aber zumindest unter die ersten drei geschafft.



    Spaß hat das Spiel auf jeden Fall wieder gemacht und so wird es sicher auch in den kommenden Jahren fester Bestandteil der BB bleiben.

    Abends, nach der Schließung der Ausstellung, stundenlanger, toller und interessanter Gespräche, wurde das Gruppenfoto gemacht. Dort , wo am Mittag noch Modellbauzeppeline durch die Halle glitten, standen die Aussteller bereit für das Foto:



    Anschließend gab es dann ein (vorbestelltes) Abendessen und die traditionelle Versteigerung fand statt. Persönlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber schon die Halle verlassen. Denn bei einer solchen Ausstellung treffe ich auch Freunde, die ich Jahre nicht sehe. So kann ich leider nichts zu dem Essen oder der Aktion schreiben.


    Der Samstag eines Ausstellungswochenendes beginnt für mich meist wehmütig. Da freut man sich ein ganzes Jahr auf das Wochenende und es ist schon wieder fast vorbei.Man wird sich trotz Dauergrinsen doch irgendwie im Laufe des Samstags davon bewusst, dass am Sonntag abgebaut werden muss. Und der Spaß vorbei sein soll. ;( Diesen Gedanken schiebt man allerdings schnell wieder zur Seite. Immerhin ist erneut Ausstellungstag und man will so viel wie möglich erleben.
    An diesem Samstag fanden zwei Vorträge statt: "Von der Idee zur LEGO Ideas Project" und das "LEGO Masters Panel", bei dem aus zwei Staffeln Deutschland (plus Dänemark) einige der Teilnehmer zusammenkamen, um Fragen zur mittlerweile weltbekannten Sendung beantworteten.

    Es wurde auch wieder gespielt: Die 101 Teile Challenge stand auf dem Programm. Traditionell wird dieses Spiel - in etwas abgewandelter Form - auch bei den Rogue Olympics gespielt. Hier sollten die Rogues klar im Vorteil sein. Allerdings war der Gewinner leider nicht unser Fili, der es bei seiner ersten Ausstellung bis ins Finale schaffte. Glücklicherweise haben wir den Sieger aber auch direkt verpflichtet. Sein finales Modell war eben auch anders gebaut. In der Finalrunde musste nämlich "Duplo" gebaut werden. Und während sich Fili auf den Bau von Duplo Steinen konzentrierte, ging der erste Platz an die Interpretation eines Duplo Schokoriegels. Kreativ muss man sein. Oder eben anders bauen. :saint:


    Um 19 Uhr begann dann der AFOLs Abend. Neben Danksagungen, einem gemeinsamen Abendessen und dem Bauen, wurden auch die Preise für die besten Modelle verteilt. Dazu gab es neben der Expertenwahl auch eine Zuschauerwahl. Marion konnte bei der Expertenwahl die Jury mit ihrem Microstadtmodell Noppenstadt begeistern und landete auf dem dritten Platz. Unsere Collab überzeugte ebenfalls und wurde mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Der Gewinner war aber FirstOrderLego (Luka) von der Rebel LUG mit seiner Interpretation eines Bonsai Modells ganz in grau. Ein wahrhaftiges Meisterwerk und ein verdienter Sieger:



    Bei der Zuschauerwahl gewann tatsächlich Heartlake City. Vermutlich müssen wir im kommenden Jahr einfach noch bunter bauen :D. Wer den dritten Platz belegte, kann ich in den Tiefen meiner Gehirnwindungen nicht mehr zurückfinden, aber auch hier belegte unsere Collab den zweiten Platz. Wahnsinn. Zwei Verleihungen, zwei Preise. Obwohl wir erst vor etwas mehr als einem halben Jahr mit der Planung angefangen hatten. Das gibt natürlich einen Schub für die nächste Collab, für die sich sehr schnell neue Teilnehmer finden ließen, wie eine Abstimmung zeigte. Um was es genau gehen wird, werden wir in den kommenden Wochen diskutieren und besprechen.



    Als Preise gab es, neben Setpreisen, für jeden Gewinner einen kleinen Pokal mit einem sich bewegenden Zeppelin:



    Die Setpreise habe ich angenommen, werden aber sicher unser Community zur Verfügung gestellt und dem Preisepool zu Gute kommen. Wobei ich das Zugset sehr gerne für die Collab nächstes Jahr umbauen möchte. Aber das entscheiden wir an anderer Stelle.


    Der Sonntag. Letzter Ausstellungstag. Ich einmal alles geben und so viele Erlebnisse wie möglich erleben. So ging ich an diesem Tag mit Johannes durch die anderen Ausstellungshallen und war erstaunt, was es für verrückte Dinge gibt. Am besten haben mir die ferngesteuerten Droiden und Roboter gefallen. R2D2 und BB8 vor meinen Füßen...toll, dass ich sie kennenlernen durfte :)



    Vor dieser kleinen Entdeckungstour habe ich noch einen Vortrag zum Thema Collabs gehalten. Da ich diesen schon 2018 in Fürth halten durfte, wollte ich etwas neues probieren und habe eine Art Workshop daraus gebastelt. Die Teilnehmer erhielten neben Informationen zu Collabs auch den "BenBulk", mit dem sie dann eine Collab bauen mussten. Nach etwa einer Stunde konnte sich das Resultat mehr als sehen lassen und wir stellten die Micro Collab bei der RogueCollab aus. Danke an alle, die diesen Moment für mich besonders gemacht haben. Sollte ich tatsächlich nächstes Jahr wieder gefragt werden, werde ich einen reinen Workshop anbieten und das ganze wiederholen. Welch ein Spaß!



    Vor dem Speedbuild Spiel durfte auch Markus noch einen Vortrag halten. Sein Thema war "Natürlich inspiriert". Jedes Mal, wenn Markus einen Vortrag hält, lerne ich dazu. Ich denk, dass das all den anderen Zuschauern auch so ging, seine Vorträge sind unglaublich gut besucht und gibt den Jungs von der Rebel LUG den Vortrag im kleinen Kreis auch noch einmal auf Englisch. Neben Farbenlehre und "runden" Bauen beantwortete er auch einige Fragen zu seiner Arbeit als Designer. Ein Knallbonbon zum Ende der Vortragsreihe, möchte ich behaupten.


    Nachdem um 17 Uhr die Ausstellung schloss, musste abgebaut werden. Ich selbst war noch mit meinem Sohn verabredet, den ich mehr als ein Jahr nicht gesehen hatte. Und so verlief der Abbau bei mir schneller als bei anderen und eigentlich gewollt, möchte man sich doch ordentlich verabschieden und noch einmal miteinander sprechen. Das ging organisatorisch leider nicht bei mir, hatte ich mir das gerne anders gewünscht.
    Und so saß ich, während in der Halle die Lichter ausgingen, mit Sohn in einem Restaurant, in Sigmaringen. Meine Modelle unsortiert in Kisten geworfen. Am nächsten Morgen trat dann auch ich die Heimreise in die Niederlande an. Glücklicherweise war die A61 nach der Flutkatastrophe wieder frei und so konnte ich den Bus pünktlich um 12 Uhr in die Garage setzen.


    Völlig fertig, aber unglaublich glücklich und noch immer mit einem Lächeln im Gesicht, beendete ich also am Montag Mittag mein persönliches Highlight des Jahres. Zumindest, was das Hobby angeht.

    Jetzt freue ich mich tierisch auf nächstes Jahr, auf die neue Collab, auf neue und alte Gesichter, auf die Stadthalle in Führt...die wir nächstes Jahr im November mit neuen und tollen Modellen bestücken dürfen.


    Danken möchte ich allen Beteiligten. Ihr habt das Wochenende wirklich zu einem besonderen gemacht!


    Ergänzt gerne meinen subjektiven Reisebericht. Was habt ihr erlebt, was waren eure Highlight in Friedrichshafen?



    Hoffentlich auf Bald und Liebe Grüße!


    Ben

  • Moin Ben,


    vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Einblick. Leider konnte ich ja dieses Jahr nicht mit dabei sein, aber so beim Lesen... überkam mich dieses wohlige Ausstellungsgefühl. :overpleased: Und auch die ein oder andere schöne Erinnerung an die vergangenen Ausstellungen ploppte plötzlich wieder hoch. So war es dann doch ein wenig so, als wäre man mit dabei gewesen. Vielen dank dafür Ben, nächstes Jahr bin ich definitiv wieder mit von der Partie.


    Liebe Grüße

    Thomas

  • Hallo Ben,


    vielen Dank für den wunderschönen Bericht, dem fast nichts hinzuzufügen ist.

    Bricking Bavaria war mal wieder ein schöner Jahresabschluss.

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    Ich weiß leider nicht mehr genau, welches Team gewonnen hat.

    Wer in dem Team war, weiß ich auch nicht mehr. Das Gewinnermodell aber war der Anglerfisch:


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    Das waren unsere (Andrea, Rauy und ich) Modelle:


    51678474421_c91c5a6ea4_c.jpg

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    Bei der Zuschauerwahl gewann tatsächlich Heartlake City. Vermutlich müssen wir im kommenden Jahr einfach noch bunter bauen :D.Wer den dritten Platz belegte, kann ich in den Tiefen meiner Gehirnwindungen nicht mehr zurückfinden,

    Upps, das weiß ich jetzt auch nicht mehr.


    Alles in Allem war es ein supertolles langes Wochenende, was nur daduch getrübt wurde, daß meine Kamera nicht mehr funktionierte und ich nur noch mehr oder weniger schlechte Handyfotos schießen konnte.


    LG, Marion

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