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Warum gibt es so viele Nörgler unter den Lego-Afol-Fans?

  • Liebe Rougebrickers


    Für mich ist diese penetrante Nörgelei in den Kommentarspalten der zahlreichen Lego-Blogs und Youtube-Channels nicht nachvollziehbar: "Lego ist am Ende", "Star Wars nur noch ein Witz", "Abzockerei, alles zu teuer", "Planloses Management", "Ideenlosigkeit", "schlampige Designs", "Lego Technik eine Katastrophe", "Afols werden nicht ernst genommen", "Wir wollen Burgen und Züge", "früher war alles besser", etc.


    Lego bringt doch jährlich mehr tolle Sets heraus, als sich einer alleine leisten kann. Mich sprechen die neuen Star Wars Sets, die eher auf eine ganz junge Käuferschaft abzielen (Ja, Kinder, Lego ist für Kinder!) auch nicht an, aber, ich hate doch nicht in den Kommentarspalten, sondern ich schaue, wie ich Geld zusammenkratze, um eines der 100 SW-Sets zu kaufen, die fantastisch sind - auch auf dem Zweitmarkt. Wenn ich Cloud City nicht mag (gefällt mir auch nicht, vor allem als Display Set nicht), dann lass ich es sein und kaufe stattdessen den grossartigen UCS Y-Wing oder das hübsche Vader Castle. Warum soll man deswegen das Star Wars Thema als Ganzes abschreiben? Gerade Solo hatte doch coole Sets 2018: Landspeeders, Tie Fighter, Swoop Bikes, AT-Hauler. Auch Yodas Hütte, Ahch-to Island Training, der X-Wing, Hoth Medical Chamber und der Porg waren doch 2018 toll.


    Die Lego Ideas Sets seit 2017 waren einfach nur fantastisch: Saturn V, Old Fishing Store, Pop Up Book, Voltron, Tron, Ship in a Bottle. Die Modular Buildings konstant auf hohem Niveau. Das aktuelle Winter Village (Feuerwache) mag ich auch sehr. Die Promotional Sets 2018 waren wohl so gut wie noch nie: 60 Years of the Lego Brick, Creative Personalities, Diagon Alley, Lego Brand Store.


    Von Wizarding World wollen wir gar nicht erst anfangen: Fantastisch! Und auch Go Brick me war toll! Oder die Achterbahn, oder Sanctum Sanctorum Showdown, oder die Freiheitsstatue oder die Chinesische Mauer oder das Arctic City Thema. Oder jetzt gerade aktuell wieder: Der Ford Mustang.


    Wie gesagt: Es gibt doch jährlich mehr unbestritten fantastische Sets, als sich einer alleine leisten kann. Warum fokussieren sich so viele Fans darauf, was ihnen nicht gefällt? Versteht das einer von euch?


    Beste Grüsse, bru

  • Ich verstehe das auch nicht, ich glaube eher das ist so ein deutscher Volkssport. Wenn der Deutsche nicht zu meckern hat, ist er eben nicht Glücklich.

    Ich sehe es ebenso, dass Lego besonders in den letzten Jahren sehr viel für uns AFOLS getan hat. Wie du schon schreibst kommen da so viele geile Sets, die man sich gar nicht alle leisten kann oder nicht leisten will (weil es einfach mal verdammt viel Kohle für Spielzeug ist). Wo wir bei der allzeit beliebten Preisnörgellei sind. Klar ist Lego teuer aber das war es schon immer, nur waren in den dicken Stes, die damals 100DM gekostet haben auch nur 500 Teile drin. Aber das will immer keiner sehen. Bei Liezenzsets ist das noch mal nen bissel was anderes, aber wenn man die Rabatte sieht, mit denen Lego heute teilweise direkt nach Start verschleudert wird, stört auch das nicht mehr wirklich.


    Also ich für meinen Teil habe die Nase von den Nörglern gestrichen voll. Besonders toll sind die Experten die dann in bester Gehirnwäschemanier Herrn Panke nachplappern. Na vielen Dank :D


    Liebe Grüße

    Thomas

  • TLC ..achne, ich soll ja nicht mehr LEGO® schreiben, sonst denken die AFOLs wieder..........TLC macht nix für die Fans...... Wie bitte? TLC macht was für die Fans. TLC muß garnichts und ich erwarte nix. Vielleicht (vielleicht auch nicht) mache ich Werbung für TLC® aber TLC hat mich nicht um Werbung gefragt. Alsso wenn ich durch den Suport etwas bei Ausstellungen bekomme freue ich mich, werde aber trotzdem dort wieder hingehen, auch wenn es dank Streichungen im Suportsystem nix mehr gibt. Ich gehe auf eine Ausstellung, weil ich dahingehen will und Freunde treffen, nicht um LEGO abzustauben. Natürlich macht ne Wühlkiste Spaß, aber in dem bezug sind wir schon etwas verwöhnt.

    Dann finde ich, das TLC immer wieder schöne Sets herausbringt, genügend um mich in die Bredoullie zu bringen, am Monatsende ab und an Knäckebrot und Tütensuppe zu essen. Ein nicht so gelungenes Set nimmt mir die Entscheidung ab es nicht zu kaufen. Manche zu hohen Preise nehmen mir die Entscheidung ab, es nicht zu kaufen, aber es ist meine Entscheidung und mein Geldbeutel, muß ich halt im Citybereich einkaufen gehen. Auch verstehe ich manche Entscheidungen von TLC nicht, aber würde/könnte ich das besser machen? Keine Ahnung. Anstatt an Sets rumzunörgeln, würde ich es einfach besser machen und ein Moc bauen oder einfach stilllsein.

    Was mir an LEGO® (.......ups I did it again, Bane ) langsam echt nicht mehr gefällt, ist diese ständige Nörgelei. Ob sie typisch deutsch ist, keine Ahnung, aber der Deutsche kann nörgeln. (Werden jetzt die Deutschen nörgeln, das sie nicht die Deutschen sind?) Wer auch immer die Deutschen sind.

    Und ich liebe Erdmännchen - schaut mal bei Grubaluk vorbei.

  • Sylon Matze2903 Es ist nicht nur ein Phänomen im deutschsprachigen Raum, auch im angelsächsischen Raum wird gemotzt, einfach weniger ausgeprägt.


    Zu den Preisen von Lego gibt es übrigens eine tolle Datenanalyse: https://therealityprose.wordpr…/what_happened_with_lego/


    Von wegen Abzockerei...


    Die Verbesserung der Qualität der Sets über die Jahre ist immens: https://reddit.com/r/lego/comm…wing_with_the_latest_set/


    Und der X-Wing im obigen Beispiel wurde inflationsbereinigt und gemessen an der Anzahl Steine nicht mal teurer. Diese Fakten will aber niemand sehen.


    Trotzdem werden die Jahre 1999 bis 2010 - gerade bei Star Wars - geradezu glorifiziert.


    Beste Grüsse, bru

  • Hallo, Bru


    Ich würde stark differenzieren zwischen den allgemeinen "Alles Abzocke!"-Rufern und berechtigter Kritik.

    Mir erscheint das offen gestanden sehr subjektiv, wie viele "tolle" Sets Lego rausbringt. Nachdem mir der emotionale Bezug zum Solo-Kinofilm gänzlich fehlt und die Sets für sich genommen mich davon losgelöst optisch nicht ansprechen, würde ich die nicht als toll bezeichnen. Ebenso wenig die Händler bei mir in der Nähe, bei denen die sich mit abnormen Rabatten stapeln, ohne dass sie jemand mitnimmt. Harry Potter ist ne schöne Reihe mit guten Spielsets und tollen Figuren, die für mich leider wegen den Stickern ausscheidet, aber für Kinder, die es in 3 Jahren nicht mehr interessiert und die dann die Sticker abziehen und was anderes bauen, passt es. Ich stimme zwar zu, dass es sehr viele riesige Sammlermodelle gibt, was für mich allerdings nicht zwingend ein Vorteil ist. Ab einem gewissen Umfang finde ich es nicht mehr niedlich. Das kritisiere ich aber auch nicht, denn mir ist klar, dass das halt für eine andere Zielgruppe ist.

    Meine Faustregel für Kritik ist: Wenn ich als nicht besonders talentierter Laie etwas sehr leicht objektiv besser umsetzen kann als der Profi, hat der was nicht richtig gemacht. Zu der Position stehe ich.

    Bei dem verbalen Kleinkrieg zwischen PS4- und XboxOne-Fans (witzig sich als Fan zu bezeichnen, bevor das Gerät erschienen ist) waren es Aussagen wie "Werbung ist ein zentraler Bestandteil des XboxOne-Erlebnisses. Deshalb muss man immer mit dem Internet verbunden sein", die mich wirklich auf die Palme gebracht haben. Nicht mal wegen dem bescheuerten Inhalt - ich persönlich kaufe die Konsole eben nicht und gut ist -, sondern weil tatsächlich ein hochbezahlter Manager, der angeblich Berufserfahrung hat, sich auf eine Bühne vor die Community und Kameras stellt und das stolz verkündet in der Überzeugung Beifall zu erhalten. Mich regt schiere Inkompetenz auf und die Ungerechtigkeit, dass jemand für eine derart unterirdische Leistung ein Gehalt in der Größenordnung bezieht.


    Ein vergleichbares Beispiel bei Lego wären die langen Beine bei Barney im Feuersteinset. Mittlere oder zumindest kurze hätten nicht mehr gekostet. Mit mittleren hätte man ihn auch in das Auto setzen können. Die Tatsache, dass er so derartig mies aussieht, macht von den Kommentaren her zu urteilen wahrscheinlich so viel Einbußen bei den Verkäufen aus, wie die vielen anderen Mängel es Sets zusammengenommen. Dafür kann ich kein Verständnis aufbringen.


    Ein anderes wären die Sticker, die drin sind, "weil Kinder das Kleben so mögen", in einem Ghostbusters-HQ, das kein normalsterbliches Kind je in die Finger bekommen wird.

    Da drehen sich mir die Zehennägel sowohl aus Sicht des Spielzeugfans auf, der den gravierenden und völlig unnötigen Mangel langfristig sich ablösender Sticker an einem offensichtlichen Sammler-Vitrinen-Modell sieht (die Konkurrenz kann ja auch fast alles bedrucken, billiger produzieren und Profit damit machen, auch wenn sie nicht Lizenzklau betreiben) als auch aus der Perspektive eines normaldenkenden sozialen Wesens, das sich von der Argumentation veräppelt vorkommt, weil man offensichtlich für einen Idioten gehalten wird. Garniert wird das ganze mit der Gewissheit, dass jemand für so eine PR-Arbeit bezahlt wird... Lügen ist doof. Zu doof zum Lügen sein, ist schlimm. Zusammen macht es mich wütend.


    Wenn etwas wie die aus vermeintlich ökologisch besseren Ressourcen hergestellten Legopflanzen groß aufgebauscht wird und man dann eine zweite Tüte in die Minifigurentüten implementiert, womit man zeigt, wie egal einem die Umwelt ist, stört mich primär diese bemühte und unsagbar durchschaubare Heuchelei.


    Was die Preispolitik betrifft: Wir sind bei normalen Sets und Sammlersets längst aus dem Bereich raus, in dem es noch nennenswert Leute als Steineboxen kaufen. Die nehmen eher Ebay-Konvolute. Den wenigsten kommt es bei Sets noch auf die Steinezahl an, sondern auf das Motiv und dessen Detailgrad. Das Simpsonshaus mit größeren Teilen und 400 Steinen weniger bei identischer Optik wäre nicht nennenswert unbeliebter gewesen. Die Eckgarage mit deutlich schlichterem Design als die Vorgänger, viel leerem Raum und höherem Preis ist damit für viele verständlicherweise eine Enttäuschung. Vor allem, wenn man bedenkt, was Lego mit dem grandiosen Stadtleben zwei jahre davor noch für eine Erwartungshaltung geschaffen hat. Da meckere ich nicht einmal wirklich. Ich bin aufrichtig verwundert, wie das immer noch nicht zu den leitenden Positionen durchgedrungen sein kann. Ich merke es auch nur von Zeit zu Zeit an, wenn einige extrem aggressiv auf den Unmut von denen reagieren, die da den Gegenwert nicht mehr sehen.


    Das typische "Burgen/Zug/Piraten-Gemeckere" habe ich früher auch nicht so ganz nachvollziehen können. Nach Nexoknights muss ich aber ganz ehrlich sagen: Ja, mit klassischen Rittern wären sie besser bedient gewesen. Ich bin auch überzeugt, dass man bessere Sachen als Overwatch mit den ganzen neuen Güssen hätte produzieren können, aber da poste ich nicht einmal etwas dazu.


    LG, Florian

  • Ich sehe es ziemlich ähnlich wie Florian.


    Das das Internet eher Enthemmung fördert als dämpft ist nix neues, grade wenn die Leute nicht unter Klarnamen, sondern unter ihrem Nick oder sogar einem 2. Mecker-Nick schreiben.

    Zudem gibt es diese "Love it, or hate it"-Einstellung ,die grade auch immer bei Amazon zu sehen ist. Entweder ich gebe 5 Sterne weil alles einfach supergeil ist oder nur einen, weil mich irgendwas genervt hat. Differenzieren scheint nicht mehr erwünscht zu sein.

    Was ich da schon an Motzerei erlebt habe, nur weil ich mal nur 3 Sterne vergeben und das auch begründet hatte...

    Grade Gamer und Manga-Kiddies sind da sehr extrem.


    Aber das Thema war LEGO.

    Warum ich TLC ab und an ebenfalls kritisiere?

    Weil ich es kann und TLC nicht in irgendeiner Weise verpflichtet bin.

    Ich bin denen nix schuldig und aus Kritik kann man ja auch lernen. Warum sollte ich nur bei - nach meiner Meinung- guten Sets loben und bei schlechten die Klappe halten?


    Über das Jahr gesehen kommt vieles raus was mich fasziniert und was ich auch gut finde. Nicht alles wird gekauft.

    Es wird aber jedes Jahr auch ein gewisses Maß an Murks produziert.

    Grobi hat das schön gesagt:

    Meine Faustregel für Kritik ist: Wenn ich als nicht besonders talentierter Laie etwas sehr leicht objektiv besser umsetzen kann als der Profi, hat der was nicht richtig gemacht. Zu der Position stehe ich.


    Auch die anderen Kritikpunkte sind berechtigt.

    Immer wieder Sticker, andere kriegen es doch auch ohne hin und mit Druck. Ab einem gewissen Preis, möchte ich einfach keine Sticker mehr in den Sets sehen, Punkt.

    Es gibt Mini-Figuren-Beine in kurz- neue und alte. Barney kriegt lange, was soll das?

    Die meisten Steinekisten die LEGO rausbringt sind imo unbrauchbar bzw. nicht das was ich mir als Kind gewünscht hätte.

    Was soll ich mit 8 oder mehr absonderlichen Zusatzfarben (neben den normalen) und merkwürdigen Sondersteinen, wenn ich nicht mal reddish-brown und normale Basic-Bricks ordentlich in der Box habe?

    Und Sets müssen auch kaufbar sein ohne Rabatte. Es kann doch nicht sein, dass von Anfang an mit 20-30% spekuliert wird.


    mfg HT/ Christian

  • Wenn man es mit Hand und Fuß macht, die Kritik, ist das durchaus ok, zugegeben. Aber immer und überall das gebtsmühlenartig unter Berichte schreiben, das ist auch nicht das Gelbe vom Ei und erreicht nix als bei manchen wie mir eine Unzufriedenheit auf die Kritisierenden. Zuviel erzeugt auch oft das Gegenteil des gewollten, Weniger ist manchmal mehr und an den richtigen Stellen. Wobei, auf wen oder was hat den n TLC gehört?....

  • Ich kann den Ärger über Sticker verstehen, nur das Ausmass nicht. Es ist doch schlussendlich doch nur ein kleiner Teil der ganzen Bau-Erfahrung. Diese Sticker-Fokussierung hat was Neurotisches. Auch die ganze Preisdiskussion dominiert meiner Meinung nach zu stark, kommt zu reflexartig. Als wäre der Preis pro Stein das wichtigste Kriterium, das über Flop/Top eines Sets entscheidet. So einfach ist es doch nicht. Der X-Wing von 1999 (7140) kostete damals 30 Dollar (266 Teile), inflationsbereinigt sind das heute 45 Dollar. Der aktuelle (75218) hat 731 Teile, also fast dreimal so viel, er kostet aber deutlich weniger als doppelt so viel (79 Dollar), und sieht dazu noch 100 Mal besser aus. Wo ist da genau der Skandal?

  • Es ist doch letztendlich ganz einfach bru:


    Ich bin AFOL. Wenn mir als Erwachsener ein Kinderspielzeug noch Freude bereitet, wunderbar.

    Da es in erster Linie für Kinder ist, muß es auch gar nicht auf meine Wünsche zugeschnitten sein.


    Trotzdem merkt man manchen Sets an, das die sich nicht ausschließlich an Kinder richten, zum einem am Preis und zum anderem auch beispielsweise durch Figurenwahl oder ähnliches, mit denen die heutigen Kids erstmal nix tieferes verbinden.

    Z.B. die ganzen klassischen Figuren in den Marvel und DC-Sets und Variationen von Spider-Man:

    Welches Kind kennt denn Ben Reilly oder Kraven den Jäger?


    Wenn ich mein Geld für einen nicht lebensnotwendigen Artikel ausgeben soll, dann muß er halt meinen Bedürfnissen entgegenkommen.

    Tut er es nicht, bleibt er im Regal.


    Und TLC ist keine heilige Kuh, sondern ein Konzern der Geld verdienen will - die dürfen in Punkten kritisiert werden.

    Heißt ja letztlich nicht das man deswegen gleich alles von Ihnen ablehnt.


    Für Dich scheint Kritik an Lego grundsätzlich unangemessen zu sein, schön, ist Deine Meinung.

    Achte trotzdem ruhig etwas auf Deine Wortwahl und wie die bei Anderen ankommt:


    Fokussierung, neurotisch, reflexartig, Skandal... ist das nötig die Meinung anderer damit zu verbinden?


    Nebenbei: Preis pro Stein, Preis pro Setgröße, wie auch immer man es dreht und wendet - die Sets müssen zum Normalpreis kaufbar sein.

    Seine Preisgrenze zieht da im Kopf jeder anders und entscheidet für sich was gerechtfertigt ist und was nicht.

    Manche Sets werden eben für den gebotenen Inhalt als zu teuer empfunden.

    Preis - Leistung stimmt da nicht.


    mfg HT/ Christian

  • Das kommt darauf an. Wieso kaufst du ein Modell? Geht es dir nur um die "Bau-Erfahrung", dann müsste nach der Logik das Taj Mahal ein absurd erbärmliches Set sein... Will man ein großes, schönes Modell langfristig im Schrank, ist es klasse. Deshalb habe ich ja auch geschrieben, es ist subjektiv, was ein tolles Set ist. Willst du eine schicke Mystery Maschine langfristig im Schrank haben, ist es vernichtend, wenn die ganzen Sticker nach und nach abblättern. Man erkennt so die Vorlage nicht mal mehr im Ansatz. Ähnlich schlimm ist es beim "E".... So heißt Apus Laden, sobald die "Kwik"- und "Mart"-Sticker weg sind...


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    Dein Beispiel würde ich gerne aufgreifen. Ohne die Sticker/Drucke (bei dem Modell weiß ich es grad nicht) sehe ich persönlich nämlich nicht mehr allzu viel Qualitätsunterschied, wenn es nur darum geht einen niedlichen kleinen X-Wing im Schrank zu haben. Als reines Spielzeug finde ich den alten mit dem Wägelchen sogar überlegen.

    Wenn man die sinkenden Reallöhne bedenkt, ist die Differenz größer. Auch ist die Inflationsrate höher, wenn man bedenkt, dass der Warenkorb, mit dem sie berechnet wird, Güter beinhaltet (billiger werdende Flatscreenfernseher z.B.), die man nicht oft kauft, während Grundnahrungsmittel etc. deutlich teurer werden. Für jemanden, der seinem Kind einen kleinen X-Wing zum spielen kauft, wird "nur" das Doppelte für einen X-wing ohne Wägelchen und marginal höherem Detailgrad kein toller Deal sein. Für den Nostalgiker sind Preise jenseits von Gut und Böse dann schon wieder was anderes - ich selbst habe in meine Custom-Lego-Simpsons ja auch abstrus Zeit und Geld investiert - aber da muss dann halt auch echt alles passen (Studshooter, Spring loaded shooter, Sticker). Für mich ist Legos großes Problem, die eigenen Produkte einzuordnen: "Spielzeug"-lego muss bezahlbar sein, darf bzw. soll Sticker und Spielfunktionen wie Studshooter etc. haben, die der Optik als Modell auch schaden können... Sammlersets eben nicht. Derzeit kranken die Sammlersets an typischen Spielsetschwächen (Stickerorgien, unschöne Spielfunktionen wie die Kanonen im Hoth-Set), während Lego bei soliden Spielsets meint, Sammlerpreise verlangen zu können. Das ist denke ich das einzige wirkliche Problem.

  • Hi bru,


    ich habe jetzt schon dreimal versucht eine passende Antwort zu finden, aber irgendwie ist das schwerer als gedacht, weil das Thema für mich ein Fass ohne Boden ist.


    Zum einen hat Gorilla94 das mit den X-Wing sehr gut beschrieben. Der neueste X-Wing ist im vergleich zum ersten X-Wing um fast das dreifache teurer geworden, aber man muss auch fairerweise sagen, dass sich die Teileanzahl auch so stark erhöht hat, jedoch sind heute wesentlich mehr kleine Teile dabei, also wird der Preis pro Gramm vermutlich um einiges mehr gestiegen sein. Meiner Meinung nach ist das Nörgeln bei solchen Dingen der Ausdruck davon, dass einen die neuen optischen Aufbesserungen Aufpreise nicht mehr Wert sind. Mit den ersten X-Wing würde ich persönlich mich nicht mehr anfreunden, aber mit den von 2012 bin ich total zufrieden, weil er wesentlich schöner ist, als der alte und immer noch 30€ weniger als der neue X-Wing kostet.


    Ein anderer Faktor ist natürlich, dass wir AFOLs schon meistens einen X-Wing, Falken und so weiter haben und natürlich neue Modelle bekommen wollen und die Neuauflagen für uns nicht interessant sind. Für Lego ist natürlich klar, dass sie immer Neuauflagen bringen, weil es gibt ja immer wieder neue Kinder, die ihren X-Wing haben wollen. Die Slave I von diesen Jahr ist zum Beispiel ein wunderschönes Set, aber ich habe schon eine, also sage ich nur ,,Aha" und das wars.


    Dadurch, dass wir nicht mehr so viele neue Star Wars Modelle aus Lego bekommen, schauen wir uns auch in anderen Themenbereichen um und man sieht dabei auch Themenreihen, für die man gar nicht die Zielgruppe ist, wie es bei mir Nexo Knights waren. Der Unterschied ist nun, dass ich mir früher gedacht habe, dass das doch egal ist, weil mich machen ja die Star Wars Sets happy, aber das ist jetzt nicht mehr der Fall und man hängt sich halt öfters gerne an den Negativen auf.


    Ein weiterer Faktor ist vermutlich die Zeit. Früher war ich nur ein kleiner Junge der mehr Spielzeug zum spielen haben wollte und jetzt philosophiere ich darüber. Generell würde ich auch das magische Wort ,,Internet" heranziehen. Durch das Internet haben wir nicht nur die Möglichkeit unsere MOCs zu teilen, sondern überall im Internet wird über alles mögliche diskutiert und jeder muss immer seinen Senf dazu geben (so wie ich gerade). Durch Kanäle, wie den vom Helden der Steine, werden auch gefühlt solche ,,Anti-Bewegungen" gebündelt, weil der Eindruck entsteht, dass es Mainstream sei, wenn man Lego kritisiert. Franz Müntefering hatte gesagt, dass Opposition Mist sei. Im Netz scheint das es nicht der Fall zu sein, wobei sich mittlerweile die Frage stellt, ob die Menge der Kritiker die Opposition sind oder ob dies mittlerweile Lego ist.


    Persönlich würde ich mich nicht als Nörgler bezeichnen, außer in manchen Ausnahmefällen (Nexo Knights buh, ich will richtige Ritter). Es gibt aber auch immer berechtigte Kritik, welche ich zu jeden neuen Lego-Katalog aufs neue herunterbete: die Stud-Shooter sind Mist, weil die Kinder spielen damit nicht und sie sehen klobig aus, wenn gewisse Lego-Konkurrenten aus Polen in 10€-Sets alle Teile bedrucken kann, wieso kann Lego das nicht? Und ich möchte wieder historische Sets.


    Es gibt auch eine Menge, die mir bei Lego sehr gefallen, wie diese Feder-Shooter, weil die schießen sogar richtig und ploppen nicht nur raus, wie die alten die ganz alten Shooter und Themen-Reihen, wie Harry Potter und Creator sind fast immer der Hammer.


    Hoffentlich kamen ein paar meiner Punkte gut zur Geltung.


    LG, Niklas

  • I never understood the "too expensive" thing. How do you define if something is too expensive? What is the reference for such a claim?

    Do you mean it costs more than it used to compared to the amount and quality of product?


    Do you mean it costs more than competing brands which copy element designs?


    Do you feel the margin is too high on a product that is essentially just plastic bits that don't require a very thorough research & development process?


    Do you think the company should compromise one of its processes to make the product more affordable?


    AFOL just means fan of the product, it doesn't necessarily mean fan of the company. According to my subjective and purely observational estimate, at least 90% fall into the former group, meaning they don't know or whish to know the real reason why they feel entitled to more things than they can afford.

  • Da ich nicht vorhabe mir auf englisch einen abzubrechen - wovon niemand etwas hätte- in Kurzform:


    Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft (viel) Geld für Plastik auszugeben, ist für mich der Punkt mit "zu viel" erreicht, wenn ich:

    1) nicht genug von dem Set generell überzeugt bin

    2) der Preis mir für das was mir geboten wird zu hoch vorkommt und generell

    3) wenn meine persönliche Preisgrenze durchbrochen wird, denn wenn es 3stellig wird und den 2. Hunderter durchbrochen hat bin ich so oder so raus. Es sind nur Plastiksteine. Dafür gebe ich nicht ein Drittel meines Gehalts aus bzw. den Gegenwert einer Waschmaschine oder einer Woche Urlaub.


    Meine teuersten Sets in der Sammlung sind Orthanc (199) , Tumbler (199), Arkham Asylum (159?), UCS Hulkbuster (129), AT-ST (groß) und das alte große Batmobil.

    Bei allen anderen Sets sah ich es nicht ein 200-300 Euro auf den Tisch zu legen.

    Andere Sets rückten dann mit Rabatt noch mal in meine Nähe, etwa der Fisherstore oder auch andere, die so unter 100-120 Euro rutschten.

    Man kann es idealisieren und relativieren wie Sven es oben tut, aber es bleiben Plastiksteine.

    Deswegen keine 70er-Batcave bei mir, kein Ninjago-Hafen oder City, keine Apocalypseburg und natürlich auch kein Falke.

    Wenn Lego noch mal was zu Superhelden raushaut was mich richtig begeistert, könnten es noch mal 200 werden.

  • Ein Beitrag, in dem ich viele Punkte wiederfinde, die ich auch anführen würde!

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